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Aktuelle Nachrichten aus Indonesien, Tansania, Anderson und Eutingen 7. Kalenderwoche, 10.2.2019

(zusammengestellt von Familie Goßweiler)

1.      Der frühere, christliche Gouverneur von Jakarta, Basuki Tjahaja Purnama, wurde am 9.5.2017 wegen angeblicher Gotteslästerung zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt. Wegen guter Führung wurde er am 24.1.2019 vorzeitig entlassen und von seinen Anhängern begeistert empfangen. Wir beten, dass Basuki und andere Christen weiterhin mutig ihre christlichen Werte in die indonesische Gesellschaft einbringen, aber auch dass die unseligen indonesischen Blasphemie-Gesetze endlich aufgehoben werden. Diese Gesetze gegen Gotteslästerung wurden 1965 erlassen, zunächst aber sehr selten angewandt. In den letzen 15 Jahren werden diese Gesetze aber immer häufiger von Islamisten missbraucht, deshalb wurden laut Amnesty International seit 2004 schon 148 Menschen in Indonesien wegen angeblicher Gotteslästerung verurteilt. Präsident Jokowi billigt diese Urteile zwar nicht, sieht aber auch wenig Möglichkeiten, gegen diesen Missbrauch der Justiz einzuschreiten.

2.      Das neugewählte Moderamen (Kirchenleitung) der Christlichen Kirche aus Nordmitteljava (Gereja Kristen Jawa Tengah Utara – GKJTU) hat inzwischen seine Arbeit aufgenommen und am 6.-7.2.2019 eine Arbeitstagung abgehalten, um die bevorstehenden Aufgaben zu sichten und strategisch sinnvoll anzugehen. Vom 21.-23.3. findet dann die jährliche Arbeitstagung des vollständigen Synodalrates statt, um die Ergebnisse der Generalsynode vom November 2018 noch weiter zu konkretisieren. Wir beten, dass der evangelistische Kurs des bisherigen Moderamen weitergeführt wird und noch mehr Frucht bringt.

3.      Die Kirchengemeinde Eisingen unterstützt seit 1995 treu die Arbeit der Neukirchener Mission auf Java sowie die Partnerkirche GKJTU, die Pfarrgemeinde Eutingen ist seit 2016 in diese Partnerschaft einbezogen. Von 10.-17.2. wird Missionsleiter Michael Strub in Eisingen und Eutingen sein, zwei Gottesdienste und einen Missionsabend halten, bei den Klausurtagungen der beiden Ältestenkreise mitwirken sowie mögliche Sponsoren treffen, begleitet von Ehepaar Goßweiler (Eutingen) und Pfr. Ralf Krust (Eisingen). Diese Dienste begleiten wir in der Fürbitte.

4.      Vom 1.-10.3.2019 will Missionsleiter Michael Strub zusammen mit Pebri und Christian die Evangelische Kirche auf Kalimantan (Borneo) in Indonesien besuchen. Es sollen dabei Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit und ggf. auch die Aussendung von Neukirchener Missionaren nach Kalimantan ausgelotet werden.

Zur Evangelischen Kirche auf Kalimantan (Gereja Kalimantan Evangelis – GKE) gehören über 300.000 Mitglieder in 1.280 Gemeinden mit 790 Pfarrerinnen und Pfarrern, verteilt über den ganzen indonesischen Teil der Insel Kalimantan (alias Borneo), ein Gebiet von knapp 550.000 km2 - doppelt so groß wie die Bundesrepublik Deutschland mit sehr schwieriger Infrastruktur. In diesem Gebiet leben u.a. 2 Millionen Menschen aus der Volksgruppe der Dayak, die im Grund noch dem Geisterglauben (Animismus) anhängen, aber sehr offen sind für das Evangelium und für christliche Schulen.

In Kalimantan war Christian 1984 zum ersten Mal im Einsatz, zur GKE haben Christian und Pebri seit 2012 Kontakt. In den Jahren 2013-2015 haben die beiden mitgeholfen, die biblisch-erweckliche Lehre dieser Kirche im Katechismus der Ev. Kirche auf Kalimantan zusammenzufassen, dazu kamen verschiedene Vorträge und Schulungen. Während des Besuches von Michael Strub auf Java im August 2018 haben der Präses und der Generalsekretär der GKE die Neukirchener Mission offiziell zu einem Besuch nach Kalimantan eingeladen, was auch von unserer langjährigen Partnerkirche, der GKJTU, gefördert und unterstützt wird.

Wir beten für folgende Etappen des Besuches:

a)      Am 1./2.3. fliegt Michael Strub zusammen mit Pebri und Christian nach Kalimantan, wo die drei am 3.3. bei der Ordination von 26 neuen Pfarrerinnen und Pfarrer der GKE mitwirken; Christian hält die Ordinationspredigt. Wir beten für den weiteren Dienst der Neuordinierten in den oft sehr abgelegenen Gemeinden auf Kalimantan. Für den Abend ist eine Begegnung mit den Dozenten der Theologischen Hochschule der GKE geplant.

b)      Von 4.-6.3. besuchen die drei (nach einem Kurzbesuch an der Schreinerfachschule der GKE) abgelegene Gebiete im Landesinneren von Kalimantan, um dort Möglichkeiten der Pioniermission auszuloten.

c)      Am 7.3. wirken die drei bei einem Tagesseminar mit. Thema ist “Das Bischofsamt im Neuen Testament und in Indonesien heute”, zur Sprache kommen dabei aber auch biblische Prinzipien der Leiterschaft sowie die geistlich-theologische Identität der GKE. Vertreter von GKE-Gemeinden aus ganz Kalimantan kommen zu diesem Seminar, Christian hält zwei Hauptreferate, der Bischof der Protestantisch-Christlichen Kirche auf Bali ist ebenfalls als Sprecher eingeladen.

d)     Für den 8.3. ist ein Abschluss-Gespräch mit dem Moderamen (Kirchenleitung) der GKE über die weitere Zusammenarbeit oder Partnerschaft zwischen der GKE und der Neukirchener Mission angesetzt, danach reisen Michael, Pebri und Christian am 9./10.3. über Jakarta, Singapur und Zürich nach Deutschland zurück.

5.      Pieter arbeitet seit Ende Oktober 2018 im Missionskrankenhaus und dem Kinderheim der Neukirchener Mission in Matyazo, Tansania, mit. Am 27.1. hat dort ein Blitz in das Computer-Netzwerk und die Energieversorgung eingeschlagen. Bisher konnten erst 4 der 8 Computer wieder aktiviert werden. Wir beten für die weitere Instandsetzung. Dankbar sind wir, dass die Arztfamilie Borkeloh ihren Sprachkurs abgeschlossen hat und Ende Januar in Matyazo eingetroffen ist. Wir beten für die Einarbeitung von Dr. Martin und Dr. Julia Borkeloh, für den Fernschulunterricht von ihrem Sohn Matthias, der von Pieter angeleitet wird, sowie für die kleineren Kinder Johanna und Lukas. Nähere Informationen in Pieters Blog unter https://salamsalamu.wordpress.com/.

6.      Wir sind dankbar, dass Pia in Anderson, USA, die Kältewelle (bis gefühlte -38 Grad Celsius) gut überstanden hat und beten für ihr Bachelor-Projekt sowie ihre sonstigen Prüfungsvorbereitungen neben vielen weiteren Aufgaben.

Aktuelle Nachrichten aus Indonesien, Tansania, Anderson und Eutingen

 49. Kalenderwoche, 8.12.2018  (zusammengestellt von Familie Goßweiler)

1.     Im Juli 2016 hatte sich die chinesischstämmige Buddhistin Meiliana in der Stadt Tanjung Balai (Nordsumatra) erkundigt, warum denn der Gebetsruf von der nahegelegenen Moschee an diesem Tag so besonders laut sei. Diese Frage wurde missverstanden als habe sich Meiliana grundsätzlich über den Gebetsruf beschwert. Daraufhin versammelten sich am 29.7.2016 Dutzende Personen vor Meilianas Haus und beschädigten es mutwillig. Dann zog die Menge durch die Straßen und zerstörte mindestens acht buddhistische Gebäude, darunter Andachtsstätten, ärztliche Kliniken und Bürogebäude. In der Folge wurden acht Personen vor dem Bezirksgericht von Tanjung Balai wegen Verwüstung und Brandstiftung zu ein bis vier Monaten Haft verurteilt. Später entschuldigten Meiliana und ihr Mann sich für ihre Äußerungen. Dennoch wurde Meiliana ebenfalls verklagt und in Untersuchungshaft genommen, aufgrund der in Indonesien geltenden Blasphemie-Gesetze wirft man ihr Beleidigung des Islam vor. Am 21.8.2018 wurde sie schließlich vom Bezirksgericht in der Provinzhauptstadt Medan zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt, das Hohe Gericht in Medan bestätigte den Urteilspruch am 25.10.2018 – trotz landesweiter Kritik an dieser Rechtsprechung. Die Rechtsbeistände von Meiliana wollen Rechtsmittel vor dem Obersten Gerichtshof in Indonesien einlegen. Für den Zeitraum von 2005 bis 2014 hat Amnesty International mindestens 106 Fälle dokumentiert, in denen Personen in Indonesien unter den Blasphemiegesetzen angeklagt und verurteilt wurden, darunter auch der Gouverneur von Jakarta, Basuki Tjahaja Purnama (Ahok), und der GKJTU-Pfarrer Yulius Heri. Wir beten um Gerechtigkeit für die Inhaftierten, echte Religionsfreiheit in Indonesien und missionarischen Mut für die Christen in dieser Lage.

2.     Wir sind dankbar für die Ergebnisse der Generalsynode der Christl. Kirche aus Nordmitteljava (Gereja Kristen Jawa Tengah Utara – GKJTU) vom 6.-9.11. und das neugewählte Moderamen (Kirchenleitung), das weitgehend aus bewährten Führungspersönlichkeiten besteht: Pfr. Abednego Juwarisman aus Semarang wurde zum neuen Präses gewählt; er war bis 2013 schon mit verschiedenen Ämtern Mitglied des Moderamen. Ihm liegt vor allem am Herzen, die javanische Kultur in Evangelisation und Gemeindebau zu berücksichtigen. Pfr. Tulus Supriyanto wurde als Generalsekretär ganz neu in das Moderamen gewählt. Er hat sich aber schon lange als einer der Direktoren des Diakonischen Werkes Zionsstiftung bewährt und hat sowohl Betriebswirtschaft als auch Theologie studiert; Christian hat 2007-2009 seine theologische Magisterarbeit über die finanzielle Selbständigkeit der Kirche begleitet. Es ist sicher gut, dass in seiner Person das Diakonische Werk Zionsstiftung umso besser in die Kirche integriert ist, und es ist auf umso bessere Synergieeffekte zu hoffen. Zugleich ist mit ihm auch die (etwas) jüngere Generation im Moderamen vertreten.Zur Finanzreferentin / Schatzmeisterin wurde Pfrin. Y.E. Kusumawardhani (Dhani) aus Tugu bei Salatiga gewählt. Im Moderamen 2013-2018 war sie die Leiterin des Institutes für Ausbildung, Gemeindeschulung und theol. Forschung “Sabda Mulya”. Für den Bereich Partnerschaft ist Pfr. Daniel H. Iswanto zuständig, der 2003-2013 bereits Präses der GKJTU war. Es war sicher eine weise Entscheidung, dass nun ein Mitglied des Moderamen besonders für die nationalen und internationalen Partnerschaften der GKJTU zuständig ist. Der sechzigjähre Pfr. Daniel H.I. mit seiner großen Erfahrung ist sicher der richtige für dieses neue Amt. Bisher haben der Präses und die Generalsekretärin der GKJTU einen großen Teil ihrer Arbeitszeit für die Betreuung von Gästegruppen, Tagungen usw. verwandt. Nun sind der neue Präses und der neue Generalsekretärin freier für ihre Hauptaufgabe der Kirchenleitung.Der bisherige Finanzreferent Pfr. Eliezer Budiyono ist in der neuen Amtsperiode für den Bereich “missionarisch-evangelistisches Zeugnis” (Martyria) zuständig. Dipl.-Ing. Yani Wasono war im bisherigen Moderamen Leiter des Institutes für Charakterbildung & ethische Werte, jetzt ist er für den Bereich Diakonia zuständig. Pfr. Yohanes Yonathan war im bisherigen Moderamen Leiter der Abteilung Personal und kirchliche Einheit, nun nennt sich dieser Bereich “kirchliche Gemeinschaft” (Koinonia).Bei der Neuwahl wurde das Moderamen zugleich von 11 auf 7 Mitglieder verschlankt. Wir begleiten das neue Moderamen in unserer Fürbitte.

3.     Die Weihnachtsfeiern in Indonesien stehen dieses Jahr unter dem landesweiten Thema „Jesus Christus – die Weisheit für uns” (1. Kor. 1,30). Wieder müssen die Weihnachtsfeiern aus Angst vor Terroranschlägen unter Polizeischutz stattfinden. Wir beten um äußeren Frieden und Bewahrung für alle Weihnachtsfeiern, aber auch dass die Verkündigung bei den Weihnachtsfeiern Herzen verändern kann – gerade unter den nichtchristlichen Teilnehmern.

4.     Christian unterrichtet am 12.12. an der Internationalen Hochschule Liebenzell (IHL) eine Lehreinheit zum Thema “Interkulturelle Kommunikation” im Rahmen einer Vorlesung in Kybernetik (Gemeindeleitung). Wir beten, dass die verschiedenen interkulturellen missionarischen Erfahrungen von Familie Goßweiler für den späteren Dienst der Studenten im In- und Ausland fruchtbar und segensreich vermittelt werden können. Ingesamt orientieren wir uns derzeit, wo und wie Christian neben der Gemeindearbeit in der akademischen Lehre und Forschung mitarbeiten kann.

5.     Wir beten für das missionarische Zeugnis von Pebri und ihrem Team in der Hausaufgabenbetreuung in Eutingen sowie für den Start des Sprachcafés für Flüchtlinge im Eutinger Tal am 11.12.

6.     Wir sind dankbar, dass Pieter am 24.10. endlich an seinem Einsatzort in Matyazo, Tansania, angekommen ist. Er ist weiterhin eifrig daran, Suaheli zu lernen, hat auch schon mit seinen Aufgaben in der Computerisierung begonnen und hilft auch sonst im Missionskrankenhaus und im Kinderheim der Neukirchener Mission, wo er kann. Von 10.-22.12. ist er auf einem Zwischenseminar in Daressalaam. Nähere Informationen in seinem Blog unter https://salamsalamu.wordpress.com/.

7.     Pia verbringt ihre Weihnachtsferien von 13.12.-14.1. in Deutschland. Wir beten, dass sie Zeit und Gelegenheit findet, neben aller Erholung auch an ihrem Bachelor-Projekt weiterzuarbeiten und evtl. noch verschiedene Projekte für den missionarischen Dienst in Indonesien anzupacken. Außerdem steht die Frage an, wie es nach Pias Studienabschluss an der christlichen Universität Anderson am 11.5.2019 weitergeht.Pebri, Christian, Pia & Pieter Goßweiler